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Gedichte

Neue Texte - Leseproben


Jene Stimme


Der Lärm
Der Verpflichtungen,
Der Ablenkungen,
Übertönt
Jene Stimme in uns,
Die ganz leise
Nach Liebe frägt.

Sie erzählt,
Dass das Herz verfehlt wurde,
Sie mahnt,
Fesseln goldener Gewohnheiten abzulegen,
Sie bittet,
Lebenslügen zu beenden.

Jene Stimme in uns,
Die ganz leise
Nach Liebe frägt.




Eine Insel


Das Leben führt
Menschen an jenen Ort,
Der auf sie wartet.

Auf eine Insel
Mitten im Meer.
Ihr Geheimnis ist,
Dass sie keines hat.
Ein Ort für wahres tiefes Glück.
So klein,
Dass man sie übersieht,
Wenn man nicht den Blick hat
Für die verborgenen Schätze
Des Lebens.

Manchmal trägt
Ein leichter Wind
Meeresrauschen mit sich.
Ein Windspiel
Scheuer Musikalität,
Ein anrührender Ton
Ein immerwährender Versuch,
Ein Lied anzustimmen,
Das noch nicht erklungen ist.




FarbKlang


Es gibt nur acht Töne und
Die Halbtöne einer Oktav.
Trotzdem unendlich viele Kompositionen.
Immer noch erfindet sich ein Lied,
Noch nie zuvor gehört.

Wie wenig Farben gibt es,
Um eine Bild zu malen.
Trotzdem unendlich viele Kompositionen.
Immer noch entstehen neue Bilder
Noch nie zuvor gesehen.

Aber die Melodie des Lebens, der Liebe,
Findet zwischen den Tönen
Jenseits der Farbigkeit statt.
Dort wo sich DAS befindet,
Was wir Nichts nennen.

In den Pausen.




Tango argentino


Deine Augen fangen mich
Blicke kreuzen und durchdringen
Halten kaum Stand

Kommst auf mich zu
Näherst dich geschmeidig
Stolz wie eine Wildkatze

Nimmst meine Hand
Legst sie in deine
Umschließt sie weich

Umarmst meinen Körper
Führst mit sanftem Druck
Meine Brust an deine

Meine Fingerkuppen berühren
Dein Genick, dein Haar
Das rote Band

Suchend gleitet meine Hand
Deinen Rücken entlang
Bis sie findet ihren Platz

Unsere Wangen berühren sich
Drehe leicht den Kopf zu dir
Bis meine Stirn und Nase küssen dich

Schließe die Augen
Um wach zu werden
Ganz bei dir zu sein

Deine Umarmung gibt mir Halt
Lässt mich fühlen
Kraft und Zartheit

Wiegst mich sanft
Bis mein Herz auf deinem
Schlägt im gleichen Takt

Der Rhythmus, dein Atem
Durchdringen mich
Berühren mein Herz




Der Grundton des Lebens


Alles hat eine Haupttonart,
Einen unveränderbaren Grundton.
Er gibt den Rahmen vor,
Holt immer wieder zurück.

Eine Melodie,
Nicht austauschbar,
Seit ewigen Zeiten
Gespielt.

Er ist zu hören
In tiefster Verlorenheit
In engster Ausweglosigkeit,
Wenn es kein Weiter mehr gibt.

Dieser geheimnisvolle Ton rettet dich am Ende,
Bringt dich zum Anfang,
Wo deine wahren Wünsche
Ein Zuhause haben.




Sei mein Stein in der Brandung


Sei mein Stein in der Brandung,
wenn die Gezeiten
auf mich einbrechen.

Gib mir halt,
wenn die Wellen mich
auszuhebeln versuchen.

Sei mein Schatten,
wenn die Sonne unbarmherzig
auf mich niederbrennt.

Halte mir den Rücken frei,
um unbeschwert
nach vorne zu schauen.

Stütze mich,
wenn ich zu taumeln beginne,
sich ein Abgrund auftut.

Gib mir Wärme,
wenn sich der Himmel verdunkelt
und die Kälte kommt.

Sei mir nah,
wenn sich das Meer zurückzieht
und nichts als Stille bleibt.

Du brauchst dich nicht ändern,
glänzen oder in allen Farben schimmern
für mich.

Sei wie du bist,
aber da!



 
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